Kaisers Mar ine
Kaisers-Marine


S.M. HULK JAGD


Die S.M.S. Jagd war ein Aviso, daher ein kleineres Schiff für Verbindungs- und Aufklärungsaufgaben, der Kaiserlichen Marine. Am 07.07.1888 auf der Bremer Werft AG Weser vom Stapel gelaufen, war die Jagd das zweite Schiff der Wacht-Klasse, zu der nur noch das Typschiff S.M.S. Wacht gehörte. 1899 wurden beide Schiffe aufgrund einer am 27. Februar 1899 erlassenen Allerhöchsten Kabinettsorder zu Kleinen Kreuzern umklassifiziert.
Die Jagd wurde am 25.06.1889 von der Marine in Dienst gestellt und zunächst der üblichen Erprobung unterzogen, die jedoch am 06.08.1889 unterbrochen und erst nach einer zwischenzeitlichen Außerdienststellung ab dem 15.04.1890 fortgesetzt wurde. Ende Juni 1890 wurde das Schiff dann aus dem Probefahrtverhältnis entlassen.
Erste Aufgabe des neuen Schiffs nach der Erprobung war die Begleitung der kaiserlichen Jacht Hohenzollern bei der Reise des Kaisers nach Norwegen. Anschließend erfolgte vom 01.08. bis zum 11.09.1890 eine Stationierung als Wachtschiff in Kiel, bevor am 03.10.1890 in Wilhelmshaven eine erneute Außerdienststellung erfolgte. In der Folgezeit wurde die Bewaffnung geändert und mit nun vier modernen SK 8,8 cm/L 30 der Bewaffnung des Schwesterschiffs S.M.S. Wacht angepasst.
Am 21.04.1891 wurde die Jagd wieder in Dienst gestellt und als Wachtschiff in Wilhelmshaven eingesetzt. Außerdem wurde sie für eine Reise entlang der Nordseeküste und als Begleitschiff der S.M.S. Hohenzollern auf Fahrten nach Amsterdam und Norwegen genutzt. Während der Herbstmanöver diente die Jagd als Signalwiederholer. Danach wurde sie am 05.10.1891 wieder außer Dienst gestellt. Am 13.10.1892 wieder aktiviert diente die Jagd erneut als Wachtschiff in Wilhelmshaven. Nach dem Ende der Herbstmanöver, an denen die Jagd erneut teilnahm, wurde das Schiff am 30.09.1893 wieder außer Dienst gestellt und erhielt während des Winters 1893/94  auf der Kaiserlichen Werft Wilhelmshaven eine modernere Kesselanlage.
Ab dem 08.03.1895 wieder in Dienst, war die Jagd im April 1895 das erste deutsche Kriegsschiff, das den Nord-Ostsee-Kanal zu Testzwecken noch vor dessen offizieller Eröffnung durchfuhr. Anschließend gehörte das Schiff bis zur erneuten Außerdienststellung am 19.12.1895 dem Manövergeschwader an. Am 18.03.1896 wurde das Schiff wieder in Dienst gestellt und dem I. Geschwader zugeteilt. Mit diesem besuchte die Jagd die Niederlande und Norwegen und blieb auch während des Winters und dem gesamten Jahres 1897 im aktiven Einsatz. Erst am 08.03.1898 endete diese längste Indiensthaltungsperiode des Avisos.
Letztmals wurde die Jagd am 27.09.1899 in Dienst gestellt, um ihr Schwesterschiff S.M.S. Wacht im I. Geschwader abzulösen. Kurzzeitig wurde das Schiff vom 14.10. – 23.11.1900 für den Fischereischutz in der Nordsee herangezogen. Nachdem Anfang 1901 Überholungsarbeiten durchgeführt worden waren, gehörte die Jagd vom 28.01. – 07.02.1901 zu dem deutschen Flottenverband, der das Deutsche Reich in Großbritannien während der Beisetzungsfeierlichkeiten für Königin Victoria repräsentierte.
Bei einer auf der Kaiserlichen Werft Wilhelmshaven durchgeführten Untersuchung wurde Mitte Juli 1901 festgestellt, dass der bauliche Zustand der Jagd einen weiteren Einsatz des Schiffes nicht mehr zuließ. Der Kreuzer wurde daher am 11.08.1901 endgültig außer Dienst gestellt und am 03.05.1904 zum Hafenschiff umklassifiziert. Sechs Jahre später, am 14.05.1910, wurde das Schiff aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen. Es diente anschließend noch als Hulk und Schießstand für die Torpedowerkstatt in Friedrichsort. 1920 wurde das Schiff abgewrackt.
Das vorliegende Foto wurde ausweislich der Beschriftung des Rettungsrings sowie der Mützenbänder „TORPEDO=DIVISION“ der abgebildeten Matrosen während der letzten Verwendung des Schiffs als Hulk und Schießstand für die Torpedowerkstatt in Friedrichsort gefertigt. Die Beschriftung des Rettungsrings ist sauber, aber ohne besondere Gestaltung ausgeführt.

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