Kaisers Mar ine
 

S.M.S. MOLTKE (1910)

S.M.S. Moltke und das Schwesterschiff S.M.S. Goeben waren zwei Große Kreuzer der Kaiserlichen Marine. Beide wurden bei Blohm + Voss in Hamburg gebaut. S.M.S. Moltke lief am 07.04.1910 vom Stapel und wurde am 30.09.1911 in Dienst gestellt. Die Besatzungsstärke betrug rd. 1.355 Mann.

Nach der Indienststellung trat das Schiff zur Flotte. Für die Vorkriegszeit ist lediglich eine Nordamerikareise zusammen mit dem Kleinen Kreuzer S.M.S. Stettin vom 11.05. bis zum 29.06.1912 zu erwähnen.  

Im Krieg befand sich die Molke zusammen mit den anderen deutschen Schlachtkreuzern im Rahmen der I. Aufklärungsgruppe unter dem Befehle des Admiral Hipper immer im Zentrum des Geschehens. Am 03.11. und 16.12.1914 beschossen die Schiffe Hippers die englischen Küstenstädte Yarmouth, Lowestoft, Scarborough und Hartepool. Am 24.01.1915 war Moltke am Gefecht an der Doggerbank  beteiligt und im August 1915 am 2. Vorstoß in die Rigaer Bucht. Hierbei wurde der Kreuzer am 19.08.1915 von dem in der Ostsee operierenden britischen U-Boot E 1 torpediert und musste zur Beseitigung der entstandenen Schäden in die Werft. Nach der Wiederherstellung war Moltke am 24/25.04.1916 an einem erneuten Vorstoß an die englische Küste mit der Beschießung von Lowestoft und Great Yarmouth beteiligt.  

In der Skagerrakschlacht am 31.05./01.06.1916 befand sich die Moltke zusammen mit den anderen Schlachtkreuzern der I. Aufklärungsgruppe in der vordersten Linie im Zentrum der Kämpfe. Nachdem das Flaggschiff von Admiral Hipper, S.M.S. Lützow, schwer getroffen worden war, stieg Admiral Hipper mitten in der Schlacht auf die Moltke um und führte seine Kräfte von diesem Schiff aus. Alleine 4 schwere Treffer führten zwar auch auf der Moltke zu 17 Toten und 23 Verletzten sowie einem erheblichen Wassereinbruch und weiteren Schäden, im Vergleich zu den anderen deutschen Schlachtkreuzern kam die Moltke jedoch noch glimpflich davon.

Bei der Besetzung der baltischen Inseln (Operation Albion) in der Zeit vom 11.10. - 20.10.1917 diente die Moltke als Flaggschiff des für diese Operation geschaffenen Großverbandes unter Vize-Admiral Schmidt und beteiligte sich an der Beschießung von russischen Stellungen an Land.

Beim zweiten Seegefecht vor Helgoland am 17.11.1917 wurden S.M.S. Moltke und S.M.S. Hindenburg zur Unterstützung der im Kampf stehenden deutschen Kräfte ins Kampfgebiet entsandt, aber die britischen Schiffe zogen sich beim Erscheinen der beiden Schiffe zurück, so dass sie nicht mehr ins Gefecht kamen.

Am 23. April 1918 erlitt die Moltke bei einem Vorstoß in Richtung Norwegen eine schwere Turbinenhavarie. Sie musste von S.M.S. Oldenburg nach Wilhelmshaven zurückgeschleppt werden. Auf dem Rückweg wurde die Moltke von dem britischen U-Boot E 42 torpediert, erreichte aber mit 2100 t Wasser im Schiff den Hafen. Bis zum August lag die Moltke in der Werft.

Bei Kriegsende gehörte die Moltke zu den in Scapa Flow internierten Schiffen und wurde am 21.06.1919 selbst versenkt.

Die rückseitig mit „Wilhelmshaven, den 29.03.1914“ bezeichnete Karte zeigt wehrpflichtige Matrosen des Jahrgangs 1912 – 1915. Die gemäß der Aufschrift in dem rechten Rettungsring gehegte Erwartung, die erste Hälfte der Dienstzeit bei der Marine hinter sich zu haben, erwies sich als Trugschluss; durch den Kriegsausbruch sollten die Männer noch 4 weitere Jahre bei der Marine vor sich haben. Die Männer haben sich mit ihrer Aufnahme vor dem vorderen 28 cm SK L/50-Doppelturm viel Mühe gegeben und zeigen uns die gesamte Geschoss- und Kartuschenbandbreite des Schiffs: Das Seil ist aufgelegt auf 8,8 cm Granaten, neben den Rettungsringen stehen jeweils ein 15 cm und ein 28 cm Geschoss und ganz außen steht rechts und links jeweils eine der großen 28 cm-Kartuschen. Die zwei Rettungsringe sind identisch beschriftet mit einfachen Großbuchstaben.

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Vorstellen möchte ich hier auch noch eine Medaille. Sie zeigt auf der einen Seite den Namenspatron des Schiffes, den preußischen Generalfeldmarschall Helmuth Graf von Moltke (1800 – 1891), und auf der anderen Seite das Schiff. Ob es sich bei der Medaille um eine Auszeichnung für verdiente Besatzungsmitglieder, einen Preis für Wettkämpfe oder einfach ein käuflich zu erwerbendes Erinnerungsstück handelt, ist nicht bekannt. Von den anderen Schiffen der Kaiserlichen Marine sind entsprechende Medaillen sonst nur noch von der S.M.S. Helgoland bekannt.