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Kaisers-Marine

S.M. UB 21

Bei S.M. UB 21 handelte es sich um ein kleineres Einhüllen-U-Boot der Klasse UB II. Die rd. 36 m langen Boote dieser Klasse, die mit zwei Bugtorpedorohren und einem Deckgeschütz ausgerüstet waren, wurden für den Einsatz im küstennahen Bereich konstruiert. Gebaut bei Blohm & Voss in Hamburg lief UB 21 am 26.09.1915 vom Stapel, wurde am 18.02.1916 an die Kaiserliche Marine geliefert und am 20.02.1916 in Dienst gestellt.
Kommandant bei Indienststellung war Kptl. Ernst Hashagen, der das Boot bis zum 27.11.1916 führte. Es folgten Oblt. z. S. Franz Walther (bis 11.09.1917), Oblt. z. S. Walter Scheffler (bis 31.05.1918), Oblt. z. S. Bruno Mahn (bis zum 08.10.1918) und Oblt. z. S. Theodor Werth (bis zur Auslieferung am 24.11.1918).
Das Boot kam nach dem Abschluss der Erprobung am 14.04.1916 zur I. U-Boot-Flottille, wo es bis zum 01.02.1917 im Einsatz war. Es folgte der Wechsel zur II. U-Boot-Flottille in Flandern, bei der das Boot bis zum 10.09.1917 verblieb. Es folgte bis zum 29.04.1918 der Einsatz bei der V. U-Boot-Flottille. Nach der Auflösung dieser Flottille kam UB 21 bis zum 07.10.1918 wieder zur I. U-Boot-Flottille, wurde aber nicht mehr nach Zeebrügge überführt. Vom 07.10.1918 bis zum 11.11.1918 gehörte UB 21 dann zur U-Boot-Schule.
Während seiner Zeit als Frontboot absolvierte UB 21 insgesamt 26 Feindfahrten. Dabei wurden 35 Schiffe mit 36.764 BRT versenkt und ein weiteres Schiff beschädigt. Außerdem wurden 4 Schiffe mit 2.722 BRT als Prisen in die Heimat gesandt. 

Eine Besonderheit stellte eine Aktion dar, die bei der in der Zeit vom 14.07. bis 29.07.1917 durchgeführten 16. Feindfahrt unternommen wurde. UB 21 setzte am 18.07.1917 an der Robin Hood Bay den U-Boot-Maat Söhlmann an Land, der bei Scarborough eine Eisenbahnbrücke und einen Tunnel sprengen sollte. Söhlmann verirrte sich jedoch an Land und wurde verhaftet. UB 21 wartete vergeblich 3 Tage auf die Rückkehr, beschoss dann die Küste und ging wieder zur Handelskriegführung über.
Die am 29.06.1918 begonnene 24. Feindfahrt, bei der das Boot erfolglos einen Konvoi  vor Whitby angegriffen und am nächsten Tag nach der Torpedierung eines Seglers eine 3-stündige Wasserbombenverfolgung überstanden hatte, musste wegen der Erkrankung eines Teils der Mannschaft am 09.07.1918 abgebrochen werden. Auf dem Rückweg nach Helgoland wurde das Boot einen Tag später seinerseits von einem getauchten englischen U-Boot angegriffen. Der Ausguck von UB 21 erkannte jedoch die Blasenspur der Torpedos rechtzeitig, so dass das deutsche Boot entkommen und am 14.07.1918 unbeschadet in Brunsbüttel einlaufen konnte.
Das Boot wurde am 24.11.1918 an England ausgeliefert und ist 1920 auf der Fahrt zum Abbruch gesunken.

Das Foto zeigt UB 21 nach der Ablieferung an England bei der Inspektion durch 3 englische Offiziere und einen Zivilisten. Am Turm angebracht ist ein typischer U-Boot-Rettungsring mit hufeisenförmigem Körper. Die Aufschrift lautet nicht mehr „S.M.“, sondern schlicht „U.B. 21“. Wahrscheinlich hat auch hier die Revolution und das Ende der Monarchie bereits ihre Spuren hinterlassen. Beachtenswert ist neben dem Rettungsring der Tarnanstrich des Turms.

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